• Christine Schremb

Inflation, Zinswende, Aktien und gute Vorsätze: Hilfreiche und weniger hilfreiche Prognosen

Aktualisiert: 22. Jan.

„Inklusive aller wichtigen Prognosen für das neue Jahr“ – damit wirbt die Wirtschaftswoche jährlich in ihrer goldenen Dezemberausgabe. Die letzten 3 Jahre waren turbulent. Ich habe mir die Prognosen für 2020, 2021 und 2022 nochmal angeschaut.


In den Prognosen für 2020 war der Kapitalismus als funktionierendes Wirtschaftssystem, das verschiedenen Gefahren ausgesetzt ist, Thema Nr. 1. Geopolitische Gefahren, Handelsspannen, Populismus, Defizitfinanzierung, Inflationsdruck USA und ein niedriger Leitzins, der Anleger dazu verführt in riskantere Anlagen zu investieren, wurden als Gefahrenquellen erkannt. Man sah das steigende Risiko eines Rückschlags an den Börsen, Gold im Aufwärtstrend und empfahl 6-stellige Geldvermögen in Anleihen zu investieren und wenn überhaupt, Immobilien als Eigenheime zu erwerben.


In den Prognosen für 2021 war die Macht Chinas das Hauptthema. Als Voraussetzungen für eine positive Entwicklung an den Aktienmärkten sah man die Impfbereitschaft großer Teile der Bevölkerung und die Wirksamkeit der Impfstoffe. Aufgrund der vorhandenen Liquidität erwartete man steigende Aktienkurse, aber auch eine steigende Inflation und steigende Goldpreise. Für Immobilien wurde die Devise ausgegeben: „wer’s bezahlen kann“.


Für 2022 lautet das Motto nun „vor dem Virus ist nach dem Virus“. Die zunehmende Vernetzung der Volkswirtschaften erhöhe die Anfälligkeit für Pandemien, die gefährlich für Mensch, Logistik und Computer werden könnten, jedoch auch den Fortschritt auf den Gebieten, Medizin, Krisenmanagement und Software-Engineering beschleunigten.

Da Angebotsknappheit, Lieferkettenprobleme, Personalmangel und Klimakrise nicht vorüber gehend, sondern strukturell sind, wird die Inflation weiter steigen. Als Gegenmaßnahme hat die USA angekündigt, im Jahr 2022 die Leitzinsen schrittweise um jeweils 0,25% zu erhöhen. Dies könnte zu einer niedrigeren Aktienrendite im Vergleich zu 2021 führen. Der Goldpreis sollte stabil bleiben, zu Immobilien gibt es keine Aussagen.


So ist es gewesen: 2020 gab es tatsächlich einen Einbruch an den Aktienmärkten, auch wenn niemand Corona als Auslöser auf dem Schirm hatte. Am Ende 2021 war Corona immer noch das unbestrittene Thema Nr. 1. Die Inflation war bereits mehrere Monate hintereinander gestiegen, die Zinsen befanden sich immer noch auf einem sehr niedrigen Niveau. Aktien waren die renditestärkste Anlageklasse vor Immobilien und Gold.


Und nun? Lesen Sie nächste Woche Teil 4 der Artikelserie: Inflation, Zinswende, Aktien und gute Vorsätze: Nichts tun oder handeln?


Dieser Blogartikel ist der dritte Teil einer 4-teiligen Serie:

Teil 1: Inflation, Zinswende, Aktien und gute Vorsätze: Wie viele Ihrer guten Vorsätze für das Jahr 2022 haben Sie bereits gebrochen?

Teil 2: Inflation, Zinswende, Aktien und gute Vorsätze: Welche Anlage-Entscheidungen stehen bei Ihnen im Jahr 2022 an?

Teil 3: Inflation, Zinswende, Aktien und gute Vorsätze: Hilfreiche und weniger hilfreiche Prognosen

Teil 4: Inflation, Zinswende, Aktien und gute Vorsätze: Nichts tun oder handeln?

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